Büsum, das traditionelle Seeheilbad am Nationalpark Wattenmeer
Ob
Frühjahr, Sommer, Herbst oder Winter - ein Urlaub in Büsum ist immer
auch ein Urlaub im Wechsel der Gezeiten. Inspiriert vom faszinierenden
Spiel zwischen Ebbe und Flut. Getragen vom mitreißenden Charme eines
Fischerdorfes mit seinem nordisch-maritimen Ambiente. In Büsum haben
Entspannung, Erholung und Erlebnis immer Saison. Bereits seit 1837 trägt
Büsum den Titel Nordseebad. Seither entwickelte sich das kleine
Fischerdorf an der Dithmarscher Küste zu einem beliebten und lebendigen
Kur- und Urlaubsort, der seinen natürlichen Charakter bis heute erhalten
hat. Was nicht zuletzt auch an den zahlreichen naturgegebenen
Attraktionen Büsums liegt. Attraktionen wie der 3,5 km lange Grünstrand
oder der über 100.000 qm große Sandstrand in der „Perlebucht“, die mit
ihren mehr als 2.000 Strandkörben zum ausgiebigen Sonnenbaden einladen.
Doch
Büsum wäre nicht Büsum, wenn es nicht auch bei Ebbe eine Flut an
Angeboten für seine Gäste bereithielte. So kann man sich beispielsweise
im Gesundheits- und Thalassozentrums „Vitamaris“ bei einer entspannenden
Massage verwöhnen lassen und den Alltagsstress hinter sich lassen.
Für
Abenteurer und Erholer eignet sich das direkt am Deich gelegene
Erlebnisbad „Piraten Meer“ mit einer 110 Meter langen Wasserrutsche und
einer vielseitigen Saunalandschaft. Die Entstehung einer Sturmflut, der
Wechsel der Gezeiten und vieles mehr wird in der Sturmflutenwelt
„Blanker Hans“ erlebbar gemacht.
Ein
beliebter Treffpunkt für die rund 4800 Einwohner Büsums und ihre Gäste
ist der Museumshafen - die neue Heimat für zahlreiche alt- und
ausgediente Schiffe ist. Die Gastlichkeit, ein typisches Merkmal in
Büsum, ist besonders durch die schönen und gepflegten Gasthäuser
erkennbar. Die exzellente Hotellerie und die Restaurants bieten
Gaumenfreuden von heimischer Kost, wie Krabbenbrot und Kutterscholle bis
hin zu internationalen Gerichten.
Und
wer nach so viel Genuss noch ein bisschen Nordseeluft tanken möchte,
dem sei ein abendlicher Strandspaziergang wärmstens empfohlen. Denn hier
erwarten einen nicht nur Wind, Wasser, Wellen und Weite, sondern nicht
selten auch eines der schönsten Naturphänomene, das die Nordsee zu
bieten hat: den Büsumer Sonnenuntergang.
Geschichte
Die
erste urkundliche Erwähnung des Ortes findet sich in einer Urkunde des
Bremen-Hamburger Bischofs Adalbero von Bremen, in dem er 1140 Bivsne in
einer Aufzählung von Kirchen erwähnt. Der damalige Name deutet auf die
Binsen hin, die wahrscheinlich im Dünengebiet der Inselmitte wuchsen.
Der
Name der Insel entwickelte sich weiter zu Biusne, Büsen, Busen, Butzen
zu dem heutigen Ortsnamen Büsum. Der heutige Ort Büsum mit der Kirche
ist auf einer langrechteckigen Wurt des Mittelalters erbaut.
Ursprünglich war Büsum eine Insel, deren Südseite im Laufe der
Jahrhunderte durch Sturmfluten (1362, 1436 und 1570) teilweise
abgetragen wurde, während sich im Norden die Insel durch Landzuwachs
vergrößerte. Mit dem Bau eines Deichs wurde Büsum an die Dithmarscher
Nordermarsch im 16. Jahrhundert eingedeicht (Wardamm, Wardammkoog).
Seit
dem 19. Jahrhundert ist Büsum eng mit dem Tourismus verbunden und wird
in den letzten Jahrzehnten maßgeblich durch diesen geprägt. Pionier war
Kirchspielvogt Claus Bruer, der – wahrscheinlich inspiriert durch
ähnliche Pläne in Tönning – nach 1818 erste Badekarren in die Nordsee
stellte. Wahrscheinlich aufgrund der mangelnden Infrastruktur und der
schlechten Erreichbarkeit scheiterte der Plan, die behutsamen Anfänge
machte die Februarflut 1825 zunichte, die Büsum schwer traf.

Paul
Johann Boysen, von 1828 Kirchspielvogt und von 1838 bis 1852 Landvogt,
trieb die Entwicklung dann weiter voran. Eine erste Gaststätte
entwickelte sich beim Gastwirt Heinrichs, 1836 ließ Boysen die sturm-
und flutgefährdeten Badekarren durch feste Badehäuschen ersetzen.
Bereits seit 1837 bezeichnet sich die Gemeinde als Nordseebad. Der
Aufschwung als Seebad und die beherrschende Stellung, die der
Fremdenverkehr auf den Ort ausüben sollte, begann sich Ende des 19.
Jahrhunderts zu entwickeln, als die Verkehrsanbindung an das Festland
besser wurde: 1872 wurde die Straße nach Heide über Wöhrden verklinkert,
1883 entstand die Eisenbahn nach Heide. Die Bürger und die Gemeinde
reagierten, indem 1889 32 Bürger die Badeanlagen vom "Hotel Stadt
Hamburg" kauften, 1890 erschien der erste Prospekt für den Ort, 1891
dann das erste Werbeplakat. Seit 1896 leitete die Gemeinde das Badewesen
und begann auch in diesem Jahr die Kurtaxe zu erheben. Am Ende des 19.
Jahrhunderts sorgten 300 Gäste für 8.500 Übernachtungen.
Badeten
Männer und Frauen bis 1902 noch getrennt, schlug Propst Heesch,
angeregt durch positive Erfahrungen auf Helgoland und Sylt, vor, auch im
Büsum ein gemischtgeschlechtliches Familienbad einzuführen. Noch 1903
konnte die Gemeinde die ersten acht Umkleidekabinen für Damen am
zukünftigen Familienstrand errichten. Zur Wahrung von Anstand und Sitte
erließ sie unter anderem Vorschriften, die das fotografieren ebenso
verboten, wie den Besuch des Familienstrandes durch Einzelpersonen.
Damen und Herren mussten hochgeschlossene Anzüge aus undurchlässigem
Stoff tragen, der bei Nässe auch nicht am Körper klebte.
1904
ließ die Gemeinde einen Sandstrand aufschütten, der den bisherigen
Wiesenstrand ergänzte. Sowohl Familien- wie Sandstrand waren Erfolge, im
Jahr 1911 kamen schon 6.000 Gäste, die (nacheinander) 2083 Gästebetten
in 1124 belegten. Nach dem Ersten Weltkrieg ergänzte die Gemeinde das
Angebot der Ausflugsfahrten nach Helgoland.
1950
lag die Zahl bei 3.857 Kurgästen, die für 33.991 Übernachtungen
sorgten, schon bis 1953 war sie auf 7.097 Kurgäste gestiegen. Am Ende
des 20. Jahrhunderts sorgen etwa 160.000 Gäste für 1,6 Millionen
Übernachtungen. Büsum war lange Zeit der einzige Nordseeurlaubsort
südlich von St. Peter Ording, die Dominanz des Ortes schränkten erst
Campingwagen ein, die sich auch im näheren Umland aufstellten und auf
eine weniger anspruchsvolle Infrastruktur angewiesen waren.
Städtebaulich schlug sich der Tourismus auch nieder. So prägen
Ferienwohnungen das Stadtbild, die Hafenanlagen veränderten durch
Großbauten wie Kurmittelhaus, Haus des Kurgasts und Schwimmbad
vollkommen ihr Gesicht und deutlich sichtbar im weiten flachen Umland
ist das 1972 gebaute Hochhaus.